Im Heimspiel gegen die SG Odenheim/Unteröwisheim verwandelte die SG Hambrücken/Weiher die Halle endgültig in ein Zirkuszelt der Extraklasse. Schon beim Aufwärmen lag gefühlt Sägespäne in der Luft – und wer genau hinsah, konnte sich vorstellen, wie draußen jemand „Hereinspaziert, hereinspaziert!“ ruft.
Der Abend begann mit einer klassischen Eröffnungsnummer: die Jongleure betreten die Manege. Der Ball wechselte schneller die Seiten als ein Diabolo in Profi-Händen. Kaum hatte HaWei die erste Kugel – äh, das erste Tor – in der Luft, flog die Antwort der Gäste postwendend zurück. Es war ein fröhliches Werfen und Fangen, ein sportliches „Jetzt du – nein, jetzt wieder wir“. Kurzzeitig übernahmen die Gäste die Rolle des Dompteurs und wollten die Partie zähmen, doch HaWei ließ sich nicht in die Ecke treiben.
In der ersten Halbzeit zeigte sich besonders vom Siebenmeterpunkt eine fast schon magische Vorstellung. Man hatte das Gefühl, der Ball werde vor dem Wurf noch hypnotisiert: „Du willst ins Netz… du willst ins Netz…“ – und schwupps, drin war er. Aus dem Rückraum knallten Würfe ins Tor, die klangen, als hätte jemand die Kanonennummer gestartet. Boom. Applaus. Nächster Akt.
Zwischendurch gab es natürlich auch die obligatorische Clownseinlage – kleine technische Fehler, ein, zwei Missverständnisse, bei denen sich vermutlich beide fragten: „War das jetzt dein Ball oder meiner?“ Aber wie jeder gute Zirkus weiß: Ein kleiner Stolperer gehört dazu, solange am Ende alle wieder auf den Beinen stehen.
Mit einer 16:13-Führung ging es in die Pause. Zeit für Zuckerwatte, Popcorn und vermutlich eine kurze Ansprache des Zirkusdirektors in der Kabine: „Mehr Löwenbändiger, weniger Spaßvögel in der Abwehr!“
Der zweite Akt begann dramatisch. Die Gäste wollten die große Raubtiernummer zeigen und arbeiteten sich Tor um Tor heran. Beim 23:22 war das Netz auf HaWei-Seite plötzlich so klein wie ein Feuerring beim Tiger-Sprung. Die Spannung stieg, das Publikum hielt den Atem an – Trommelwirbel inklusive.
Doch dann kam die Hochseilnummer von HaWei. Mit beeindruckender Balance und erstaunlicher Ruhe wurden zwei schnelle Treffer nachgelegt. Ein vergebener Strafwurf der Gäste fühlte sich an wie ein misslungener Salto – viel Anlauf, große Hoffnung, aber am Ende landete man unsanft auf der Matte. Die Manege gehörte wieder den Hausherren.
In den Schlussminuten lief die Show wie am Schnürchen. Kein wildes Herumrennen mehr wie im Hühnerstall, sondern kontrollierte Kunststücke. Jeder Angriff einstudiert wie eine Trapeznummer, jeder Treffer begleitet von innerlichem Trompetenstoß. Mit dem 28:24 fiel schließlich der imaginäre Vorhang.
Der Wanderzikus SG HaWei zieht weiter und trifft am Sonntag um 18 Uhr in der Waldseehalle auf die Gegner aus Forst.
Aufstellung und Torschützen:
Tor: Philipp Huber , Jan Reif
Feld: Tobias Braun , Alessandro Burkhard 5, Christian Hintermayer , Fabio Häfner 1, Niels Krempel 3, Jan Krämer , Johannes Köhler 8/1, Dominik Machauer 1, Fabian Müller , Patrick Simianer 6, Jannik Simianer 4/2, Joshua Zoz
